Union für Sozialerhalt
und BürgerrechteWIRTSCHAFTSBERATER KLAUS FROMME
Vorstandsvorsitzender des Vereins: Graue Zone
e.V.
Mitglied im Verein gegen Rechtsmissbrauch e. V.
Frankfurt/M.
Mitglied im Bundesverband zum Schutz vor
Rechtsmissbrauch e.V.
Wirtschaftssenator
Bremen, dem 1. 10. 2002
der Hansestadt Bremen
EU-Behörden, Presse
Herrn Hattig
Per Telefax: 361 – 8586
Ende der Schichau –
Seebeckwerft?
Es ist schon eigenartig, wenn man die
„wirtschaftlichen Unglücksfälle“ in diesem Stadtstaat verfolgt. Erst die AG
Weser, dann die Bremer Vulkan und jetzt die Schichau-Seebeckwerft, alle werden
in den Konkurs getrieben und Schuld daran trägt der Weltmarkt, die Koreaner
oder die Europäische Union!
Wäre es nicht viel richtiger nach eigenen Fehlern zu
suchen und zu fragen, warum ist das so?
Als gelernter Maschinenbauer, ehemaliger technischer
Einkäufer im Rheinstahl-Konzern und später als Wirtschaftsberater in
mittelständischen Betrieben, nahezu jeder Branche, weiß ich wovon ich spreche.
Ich lese mit Erstaunen, dass nach dem großen Betrug
an der Vulkan Werft durch die Vorstandsetage,
das Repertoire reichte vom Aktionärsbetrug bis zur Veruntreuung von
Subventionsgeldern, jetzt auch in Bremerhaven bei der SSW die Lichter ausgehen
sollen.
Auch hier ein Konkurs hausgemacht?
Noch mehr erstaunt mich die Tatsache, dass jetzt ein
Musicalspezialist die Geschicke der Werft lenken soll, als ginge es hier allein
um kaufmännische Gestaltung.
Ich kann Ihnen versichern, dass dies nicht ausreicht, denn in einem Betrieb des Schwermaschinenbaus, wie einer Werft, gibt es vielfältige Probleme, die nur in Übereinkunft von Einkauf, ständiger Kostenkontrolle und fortschrittlicher Technik zu lösen sind.
Man wird hier sicher behaupten, dass haben wir
alles. Ich behaupte dagegen aus meiner vielfältigen Ausbildung und Erfahrung,
dass viele Fehler zusammenkommen müssen, wenn ein Betrieb derart ins Trudeln
gerät.
Es ist natürlich am einfachsten, wenn man behauptet,
die Anderen sind Schuld an der Misere, nur bringt das keinen Schritt weiter!
Es ist doch auch sehr seltsam, bei allen
Insolvenzen von großen Konzernen kommt der Zusammenbruch buchstäblich über
Nacht und dann wird nach Hilfen durch den Staat gerufen, der dann Millionen
auf den Tisch des Hauses legen soll! Wenn der Ruf nach Geld nicht fruchtet wird
mit Entlassung oder Liquidation gedroht! Man kann natürlich auch Aufträge in
Billiglohnländer vergeben, um unsere Arbeiter zu entlasten, die Zeche zahlt
dann sowieso der Steuerzahler!
Wie gut tut es da, zu wissen, dass die Europäische
Union einige Kontrollorgane hat, die es in der Bundesrepublik Deutschland
offenbar nicht gibt!
Warum steht in den Großkonzernen nicht wie in jedem
kleinen Handwerksbetrieb im Konkursfall die Staatsanwaltschaft auf der Matte?
Hat der Staat dafür vielleicht keine ausgebildeten Leute? Warum müssen
Mitarbeiter eines Betriebes zuletzt von einem möglichen Firmenzusammenbruch
erfahren? Kein Konkurs kommt überraschend! Der Konkurs wird in aller Regel
hervorgerufen durch ein falsches Management, und zeichnet sich, sofern die
Buchhaltung stimmt, sehr rechtzeitig ab, so muss das auch bei der SSW sein!
Ich will nicht kritisieren, wenn ich nicht bereit
und in der Lage wäre, die Ursachen für die Misere der SSW zu finden. Wie heißt
es hier an der Küste, „der Fisch fängt am Kopf an zu stinken!“
Wenn Fehler gemacht werden, ist es selten, dass sie
von den eigenen Leuten gefunden werden, weil Fehler, die gemacht worden sind,
zu erheblichen Konsequenzen führen, die niemand gern auf sich nimmt.
Vergessen können sie allerdings, die Fehler in einem
technisch hochqualifizierten Betrieb nur in der Buchhaltung zu suchen, es sind
viele Dinge die zusammenlaufen müssen.
Als ich im Rheinstahlkonzern tätig war, konnte ich
in wenigen Wochen den Einkauf von Schweißdraht von seinerzeit 3,14 DM auf 1,27
DM/kg dadurch senken, dass ich dem Hersteller die Fabrikationskosten
nachgewiesen habe. Eine solche Preisdifferenz darf es in einem solchen Werk
nicht geben, das ist nur durch fachlich richtigen Einkauf zu erreichen! Hier
nur ein Beispiel von vielen!
Ich stehe gern für ein persönliches Gespräch zur
Verfügung.
Mit freundlichem Gruß