Union für Sozialerhalt und Bürgerrechte

Gegründet als „Union der Basis“ 4/2002

VORSTANDSVORSITZENDER:

WIRTSCHAFTSBERATER   KLAUS FROMME

Vorstandsvorsitzender des Vereins: Graue Zone e.V.

Mitglied im Verein gegen Rechtsmissbrauch e. V. Frankfurt/M.

Mitglied im Bundesverband zum Schutz vor Rechtsmissbrauch e.V.

D -28277 BREMEN, Postfach 610164

TELEFON: 49-0421-22 105 21 www.grauezone.de

TELEFAX:                22 105 19  www.union-fuer-sozialerhalt-und-buergerrechte.de

 

 

Wirtschaftssenator                                                                            Bremen, dem 1. 10. 2002

der Hansestadt Bremen                                                                    EU-Behörden, Presse

Herrn Hattig

 

 

Per Telefax: 361 – 8586

 

Ende der Schichau – Seebeckwerft?

 

Sehr geehrter Herr Wirtschaftssenator Hattig!

 

Es ist schon eigenartig, wenn man die „wirtschaftlichen Unglücksfälle“ in diesem Stadtstaat verfolgt. Erst die AG Weser, dann die Bremer Vulkan und jetzt die Schichau-Seebeckwerft, alle werden in den Konkurs getrieben und Schuld daran trägt der Weltmarkt, die Koreaner oder die Europäische Union!

Wäre es nicht viel richtiger nach eigenen Fehlern zu suchen und zu fragen, warum ist das so?

Als gelernter Maschinenbauer, ehemaliger technischer Einkäufer im Rheinstahl-Konzern und später als Wirtschaftsberater in mittelständischen Betrieben, nahezu jeder Branche, weiß ich wovon ich spreche.

Ich lese mit Erstaunen, dass nach dem großen Betrug an der Vulkan Werft durch die Vorstandsetage,  das Repertoire reichte vom Aktionärsbetrug bis zur Veruntreuung von Subventionsgeldern, jetzt auch in Bremerhaven bei der SSW die Lichter ausgehen sollen.

 

Auch hier ein Konkurs hausgemacht?

Noch mehr erstaunt mich die Tatsache, dass jetzt ein Musicalspezialist die Geschicke der Werft lenken soll, als ginge es hier allein um kaufmännische Gestaltung.

Ich kann Ihnen versichern, dass dies nicht ausreicht, denn in einem Betrieb des Schwermaschinenbaus, wie einer Werft, gibt es vielfältige Probleme, die nur in Übereinkunft von Einkauf, ständiger Kostenkontrolle und fortschrittlicher Technik zu lösen sind.

Man wird hier sicher behaupten, dass haben wir alles. Ich behaupte dagegen aus meiner vielfältigen Ausbildung und Erfahrung, dass viele Fehler zusammenkommen müssen, wenn ein Betrieb derart ins Trudeln gerät.

Es ist natürlich am einfachsten, wenn man behauptet, die Anderen sind Schuld an der Misere, nur bringt das keinen Schritt weiter!

Es ist doch auch sehr seltsam, bei allen Insolvenzen von großen Konzernen kommt der Zusammenbruch buchstäblich über Nacht und dann wird nach Hilfen durch den Staat gerufen, der dann Millionen auf den Tisch des Hauses legen soll! Wenn der Ruf nach Geld nicht fruchtet wird mit Entlassung oder Liquidation gedroht! Man kann natürlich auch Aufträge in Billiglohnländer vergeben, um unsere Arbeiter zu entlasten, die Zeche zahlt dann sowieso der Steuerzahler!

Wie gut tut es da, zu wissen, dass die Europäische Union einige Kontrollorgane hat, die es in der Bundesrepublik Deutschland offenbar nicht gibt!

Warum steht in den Großkonzernen nicht wie in jedem kleinen Handwerksbetrieb im Konkursfall die Staatsanwaltschaft auf der Matte? Hat der Staat dafür vielleicht keine ausgebildeten Leute? Warum müssen Mitarbeiter eines Betriebes zuletzt von einem möglichen Firmenzusammenbruch erfahren? Kein Konkurs kommt überraschend! Der Konkurs wird in aller Regel hervorgerufen durch ein falsches Management, und zeichnet sich, sofern die Buchhaltung stimmt, sehr rechtzeitig ab, so muss das auch bei der SSW sein!

 

Ich will nicht kritisieren, wenn ich nicht bereit und in der Lage wäre, die Ursachen für die Misere der SSW zu finden. Wie heißt es hier an der Küste, „der Fisch fängt am Kopf an zu stinken!“

 

Wenn Fehler gemacht werden, ist es selten, dass sie von den eigenen Leuten gefunden werden, weil Fehler, die gemacht worden sind, zu erheblichen Konsequenzen führen, die niemand gern auf sich nimmt.

Vergessen können sie allerdings, die Fehler in einem technisch hochqualifizierten Betrieb nur in der Buchhaltung zu suchen, es sind viele Dinge die zusammenlaufen müssen.

 

Als ich im Rheinstahlkonzern tätig war, konnte ich in wenigen Wochen den Einkauf von Schweißdraht von seinerzeit 3,14 DM auf 1,27 DM/kg dadurch senken, dass ich dem Hersteller die Fabrikationskosten nachgewiesen habe. Eine solche Preisdifferenz darf es in einem solchen Werk nicht geben, das ist nur durch fachlich richtigen Einkauf zu erreichen! Hier nur ein Beispiel von vielen!

 

Ich stehe gern für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

 

Mit freundlichem Gruß